Deserteure
Kärntner Kneipen-krimi
Golan-Veteran Ernst Vogt erkennt im Zeitungsfoto eines Unfallopfers einen ehemaligen UNO-Soldaten, der vor zwanzig Jahren gemeinsam mit drei anderen unter mysteriösen Umständen am Golan verschwunden ist. Ihr Stützpunkt war geplündert und verwaist vorgefunden worden; bis auf die Leichen des Kommandanten und seines Stellvertreters. Vogt, der für den Mord an den beiden verantwortlich gemacht wurde, verbüßte eine vieljährige Haftstrafe und sieht nun die Chance, sich zu rehabilitieren. Pogatschnig übernimmt den Fall – und gerät dabei mitten in ein mörderisches Aufräumen.

Leseprobe
Nachdem er am Kassenautomaten bezahlt hatte, ging Hubert Pogatschnig zu seinem Wagen. Er kam an einem alten, verschrammten und dreckigen Kastenwagen vorbei, der seiner Meinung nach eher auf einem Schrottplatz parken sollte. Er kramte seinen Autoschlüssel heraus, als ihm wie aus dem Nichts ein Sack über den Kopf gezogen wurde. Zeitgleich packte ihn eine Vielzahl von Händen und zerrte an ihm. Den Geräuschen nach zu urteilen, war es der verlotterte Kastenwagen, dessen Türen geöffnet und in den er hineingestoßen wurde. Drinnen wurde er bäuchlings hart zu Boden gestoßen und seine Handgelenke mit einem groben Strick hinter dem Rücken gefesselt.
»Wo sind die Freunde von Poltl, hä?« Ein schmerzvoller Tritt in die Rippen begleitete die Frage, gefolgt von einem groben Klaps auf den Kopf. »Wo finden wir die alten UNO-Soldaten?«
»Shizal, bist du das?«, stammelte Pogatschnig ungläubig. Einem kurzen Schweigen folgten mehrere Tritte in die Beckengegend und einer gegen den Kopf.
»Halts Maul und sag, was du weißt.«
»Wie lange?«
»Was meinst du?«
»Wie lange soll ich das Maul halten, bevor ich sage, was ich weiß?« Als Antwort bekam er mehrere leichte Tritte gegen den Hinterkopf, und sein Rücken wurde mit mehreren Faustschlägen malträtiert.
»Verarsch mich nicht, du.«
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