
FACKENREUTH-KRIMI-REIHE
Roland Zingerle
Das Kurbad-Desaster
Fackenreuth-Krimi - Band 6 von 10
Erscheinungstermin: 10. Juli 2025 | 229 Seiten | Deutsch | Buch 6 von 10 | Empire-Verlag
Erhältlich als E-Book und verfügbar bei kindleunlimited
Das Kurbad-Desaster - Was ist los in Fackenreuth
Xaver Gottwald, der Dorfpolizist im beschaulichen Fackenreuth, ist alles andere als glücklich, als sein Freund, der Kommissar Lucki Wirth, in sein Büro schneit und damit das heiße Ferngespräch mit seiner Freundin unterbricht. Er wollte doch nur noch ein paar Minuten ihre Stimme hören und nicht den Bericht über einen Mordanschlag im Kurhotel Fackenreuther Hof. Genauso wenig begeistert Xaver die Idee seines Freundes, getarnt als Kurbadgast das Hotel aufzusuchen und zu ermitteln.
Wie immer lässt sich Xaver breitschlagen und findet sich wenig später in einem unversperrbaren Zimmer auf der Abteilung für psychologische Rehabilitation des Kurbads wieder. Dabei kommt ihm seine angedichtete Diagnose der zwanghaften Neugier gerade recht. Denn kurz nach seiner Ankunft erfährt er von einem absurden Todesfall: Tod durch Bienen. Doch wie hängen der Mordanschlag, ein Glas Bananensaft und ein herumschleichender Mann zusammen? Xaver wird nicht schlau daraus. Was für ein Ermittlungsdesaster! Da hilft nur noch zwanghafte Neugier, die vielleicht doch weniger gespielt ist als ursprünglich gedacht.
Leseprobe aus "Das Kurbad-Desaster"
Kapitel 1
Kriminalkommissar Lucki Wirth schlägt die Tür seines Wagens zu und wendet sich um. Vor ihm erhebt sich die imposante Fassade des Fackenreuther Hofs. Des historischen Haupthauses, besser gesagt, denn im Laufe der Jahrzehnte sind immer mehr Gebäude zu dem Kurhotel hinzugekommen.
Die Leute von der SpuSi laden gerade ihre Gerätschaften aus und der Rettungswagen war schon vor Lucki hier, den hat die Kurverwaltung als Erstes alarmiert. Lucki nickt seinen Leuten zu und geht voraus zum Haupteingang. Die geräumige Lobby blitzt nur so von spiegelglatt poliertem Marmor, die Atmosphäre ist angenehm, direkt anheimelnd.
Doch dafür fehlt dem Kriminaler jetzt der Sinn. Er steuert geradewegs den Rezeptionstresen an, wo er sich vorstellt, seinen Ausweis zeigt und sagt: „Frau Doktor Loiginger hat uns alarmiert.“ Die Rezeptionistin bekommt einen geschäftigen Gesichtsausdruck. „Einen Moment, bitte.“ Sie schnappt den Telefonhörer, meldet, dass die Kripo jetzt hier wäre, und meint dann zu Lucki: „Die Chefin kommt gleich.“
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Es dauert nicht lang und die Direktorin erscheint. Eigentlich weht sie daher wie ein Windstoß, der Vorbote eines Orkans. Sie ist Anfang vierzig, drahtig gebaut, und jede ihrer Bewegungen sprüht nur so vor Energie. Ihre Frisur sieht aus, als hätte sich die Frau Doktor ihre violetten, mittellangen Haare gerade frisch gerauft. Als sie noch drei Schritte von Lucki entfernt ist, streckt sie schon ihre Hand aus und sagt: „Loiginger, freut mich.“
Lucki drückt ihr die Hand und stellt sich seinerseits vor. „Sie haben am Telefon von einem Anschlag gesprochen?“
„Das ist richtig, kommen Sie bitte mit.“ Ohne eine Reaktion ihres Gegenübers abzuwarten, dreht sich die Kurbadleiterin weg und geht davon, in einem Tempo, in dem ein normaler Mensch joggt.
Lucki wendet sich an die Rezeptionistin: „Schicken Sie meine Kollegen bitte nach.“ Dann folgt er der Direktorin im Laufschritt.
Der Weg führt die beiden durch mehrere Gänge und Etagen, bis sie einen Turnsaal erreichen, der sich offenbar im Kellergeschoß befindet. Hier haben zwei Rettungssanitäter eine Krankentrage aufgestellt, eine Frau in einem weißen Mantel steht daneben. Auf der Trage sitzt ein kleiner, aber sichtlich durchtrainierter Mann, mit einbandagiertem Kopf und einem etwas rammdösigen Blick.
Frau Doktor Loiginger geht zu ihm hin, legt ihm eine Hand auf die Schulter und fragt nach seinem Befinden.
„Geht schon“, brummt der Mann mit einer erstaunlich tiefen Stimme. „Alles halb so wild.“ Jetzt sieht die Direktorin die weißbekittelte Frau auffordernd an. Diese reagiert sofort. „Platzwunde und Verdacht auf Schädel-Hirn-Trauma. Auf den ersten Blick nichts Ernstes, aber ich schicke ihn zur Beobachtung ins Krankenhaus.“
Loiginger fährt zu Lucki herum und erklärt: „Das ist Frau Doktor Ametsberger, die verantwortliche Allgemeinmedizinerin hier im Haus.“ Dann zeigt sie auf den Verwundeten und erklärt: „Hartmann Eberlein, unser Bewegungstherapeut.“
Lucki grüßt die beiden, dann zeigt er auf Eberleins Kopf und fragt: „Wie ist das passiert?“ Doch die Chefin kommt dem Trainer zuvor: „Bitte folgen Sie mir dorthin.“ Sie eilt voraus zu einer großen Doppeltür, von der ein Flügel nach außen geöffnet ist. Als Lucki dort ankommt, sieht er, dass die Tür zu einem Trainingsgeräteraum führt, der ihn an seine
Mittelschulzeit erinnert. Etwa zwei Meter hinter dem Eingang hängt - etwa auf Kniehöhe – ein Wurfhammer von der Decke herab. Die stählerne Kugel glänzt im Neonlicht. Lucki blickt zurück zu dem Verwundeten, dann meint er zu der Direktorin: „Das war eine Falle, nehme ich an?“ Anstelle einer Antwort geht Loiginger hinein und macht Anstalten, die Kugel zu packen. „Nicht anfassen“, sagt Lucki schnell, „die Spurensicherung ist schon unterwegs.“
Doch die Kurbadleiterin hat das Gerät schon in der Hand und macht mit der anderen eine wegwerfende Bewegung. „Die haben wir alle schon in der Hand gehabt. Uns war nicht gleich klar, dass es sich um einen Anschlag gehandelt hat.“ Sie geht mit dem Wurfhammer in den hinteren Teil des Raums, so weit, wie sie das Gerät über ihren Kopf heben kann, dann meint sie: „Achtung, jetzt.“
Lucki tritt einen Schritt zur Seite.
Sie lässt den Hammer los und der saust auf den Eingang zu. Am Endpunkt seiner Pendelbewegung befindet er sich nahe der Tür, etwa auf Kopfhöhe. „Der Attentäter hat die Schnurlänge falsch berechnet“, erklärt die Direktorin. „Gott sei Dank, denn wäre er nur zehn Zentimeter tiefer gehängt, hätte er Eberlein voll im Gesicht erwischt.“ Sie fängt das zurückpendelnde Gewicht auf und bringt es in seine Ruheposition.
Lucki tritt hinzu und sieht sich die Konstruktion näher an. Das Stahlseil des Wurfhammers wurde mit einem Sprungseil verlängert, welches an einer Haltevorrichtung an der Decke festgeknotet ist.
„Welches Gewicht hat so ein Hammer?“ Loiginger zuckt mit den Schultern. „Das müssen Sie Herrn Eberlein fragen.“
Lucki wendet sich um.
Eberlein hat die Frage anscheinend gehört, denn er sagt: „7,26 Kilogramm.“ Lucki nickt für sich selbst. Mit dem Schwung, den der Hammer bei Loigingers Demonstration draufgehabt hat, hätte er bei einem Volltreffer möglicherweise tödliche Wirkung gehabt. „Wo hat das Gewicht Sie erwischt?“, fragt er den Bewegungstherapeuten.
Dieser deutet über seiner Bandage von vorne nach hinten. „Einen Scheitel hats mir gezogen.“ Lucki geht zu ihm hin. „Wie genau ist das passiert?“
„Ich bin, wie jeden Morgen, zum Geräteraum gegangen, um die erste Therapieeinheit vorzubereiten. Jacobson war das heute, da brauchen wir nur Matten. Ich hab die Tür aufgesperrt, und ...“ Eberlein senkt den Kopf und legt beide Hände an die Bandage. Lucki gibt ihm Zeit.
Etwa zehn Sekunden später fährt der Verletzte fort, seine Stimme klingt angestrengt. „Ich mache also die Tür auf, geh einen Schritt hinein und schalte das Licht an. Und in dem Moment erwischt mich die Kugel mit vollem Karacho an der Birne.“
„Waren Sie bewusstlos?“
„Nein. Aber ziemlich deppert im Schädel. Es hat ein Zeiterl gebraucht, bis ich Hilfe hab holen können.“
Lucki geht zurück zum Geräteraum, wo die Direktorin mit in die Hüfte gestemmten Händen in der Tür steht. „Ich nehme an“, beginnt er an sie gerichtet, „Sie haben sich den Auslösemechanismus
bereits angesehen?“
„Aber sicher“, erwidert sie und geht voraus hinein. Hier zeigt sie auf eine am Boden liegende, dünne Schnur, die Lucki noch nicht aufgefallen ist. Diese ist an der inneren Türschnalle festgebunden, das andere Ende liegt im hinteren Bereich des Raums. Die Direktorin geht zur hinteren Wand, an der ein großes Trampolin lehnt und erklärt: „Ich nehme an, dass die Schnur den Hammer hier befestigt hat.“
Sie zeigt auf Federn des Trampolins, über Kopfhöhe. „Mit einem Knoten, der sich löst, wenn man an der anderen Seite zieht.“
Lucki folgt ihren Ausführungen und blickt über die Decke bis zur Tür. „Verstehe. Wer die Tür öffnet, zieht den Knoten auf und das Gewicht schwingt herab.“ Er packt das Trampolin und rüttelt daran; ja, dieses ist schwer genug, das Gewicht des Wurfhammers hätte es nicht umkippen können.
„Und weil es dunkel hier herinnen war“, führt die Kurbadleiterin den Gedanken weiter aus, „hat Herr Eberlein den Hammer nicht kommen sehen. Außerdem war seine Aufmerksamkeit auf den Lichtschalter gelenkt.“
Lucki geht zum Eingang und fragt den Trainer: „Haben Sie keinen Widerstand gespürt, als Sie die Tür geöffnet haben?“
Eberlein schüttelt matt den Kopf. „Nicht bewusst.“
Lucki bewegt die Tür hin und her. Sie ist schwer, er kann verstehen, dass da ein bisschen mehr Widerstand nicht auffällt. „Haben Sie einen Verdacht, wer Ihnen das angetan haben könnte?“
„Nicht den geringsten.“
Die Kollegen von der SpuSi betreten den Turnsaal und Lucki weist sie in kurzen Worten ein. Einen Moment später sind sie schon bei der Arbeit.
Lucki wendet sich wieder an Direktorin. „Wie stehts mit Ihnen, haben Sie einen Verdacht?“ Sie schüttelt ihre lila Haare.
„Ich nehme an, Sie haben bereits die infrage kommenden Mitarbeiter und Kurgäste befragt?“
„Die Mitarbeiter ja, die Kurgäste selbstverständlich nicht“, erwidert Loiginger.
Das kann Lucki verstehen: Wenn sich herumspricht, dass ein Anschlag auf den Bewegungstherapeuten verübt worden ist, möglicherweise mit Mordabsicht, fühlt sich keiner mehr richtig wohl.
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Häufige Fragen zur Fackenreuth-Reihe (Cosy Crime)
Worum geht es in der Fackenreuth-Reihe
Die Fackenreuth-Reihe ist eine humorvolle Cosy Crime-Reihe aus dem fiktiven bayerischen Dorf Fackenreuth. Polizeihauptmeister Xaver Gottwald würde eigentlich lieber Solitär spielen und Kaffee trinken, doch das beschauliche Dorfleben hat eine unangenehme Eigenschaft: Es passiert ständig jemandem etwas Tödliches. Xaver hält Pfeilgiftfrösche und und hat viel Pech bei seinen Frauengeschichten.
Zum Glück steht ihm sein Jugendfreund Lucki Wirth zur Seite, ebenfalls ein echter Fackenreuther, heute bei der Kriminalpolizei in München und ein verlässlicher Partner, wenn es darauf ankommt. Gemeinsam ermitteln die beiden durch zehn Bände voller schräger Verdächtiger und absurder Situationen.
Was hat es mit den Pfeilgiftfröschen auf sich?
Xaver Gottwald hält Pfeilgiftfrösche. Sie sind pflegeleicht, wortlos und haben keine Erwartungen. Ideale Mitbewohner für einen Mann mit so viel Pech bei Frauen.
Einen hat er Franzi getauft. Nach seiner Jugendliebe Franziska. Die zufällig Lucki Wirths Schwester ist.
In Band 8 „Dating-Wahnsinn in Fackenreuth" wird aus der alten Geschichte plötzlich eine neue.
Ist das Cosy Crime oder ein harter Thriller?
Es ist Cosy Crime mit schwarzem Humor: spannend, aber mit Fokus auf Lokalkolorit, schräge Figuren und unterhaltsame Ermittlungen statt auf düstere Thriller-Atmosphäre.
Muss ich mit Band 1 starten?
Nein. Jeder Band funktioniert für sich alleine. Man kann auch mittendrin einsteigen. Xaver, Lucki und die anderen Figuren aus Fackenreuth lernt man von Band zu Band ein bisschen besser kennen. Wer aber von Anfang an dabei sein möchte, startet mit Band 1 „Mörderisches Halleluja".
Wer wird Freude an der Fackenreuth-Reihe haben. Für wen sind die Geschichten geschrieben?
Wer die Bücher von Rita Falk oder Eva Adam mag, ist hier wahrscheinlich richtig. Xaver Gottwald und Lucki Wirth sind keine Superhelden, sie sind Typen aus der Nachbarschaft, mit denen man gerne auf ein Bier geht. Das fühlt sich vertraut an, auch wenn die Fälle alles andere als normal sind.
Die Reihe ist Cosy Crime zum Wohlfühlen, mit Fällen, die aus dem Alltag ins Schräge kippen. Die Wendungen sind unvorhersehbar, manchmal fast unwirklich, doch am Ende fügt sich alles zusammen. Wer Krimis mag und bereit ist, sich auf etwas abseits des Mainstreams einzulassen, ist hier genau richtig.
In welchen Formaten ist das Buch erhältlich?
Band 6 ist als E-Book erhältlich und bei kindleunlimited verfügbar.
Gibt es eine Leseprobe
Ja. Eine kurze Leseprobe findest du auf dieser Seite und zusätzlich meist auch direkt bei Amazon in der Vorschau.
Was andere dazu sagen:
Jede Menge neuer Witz, Wahnsinn, Arglist! Lesenswert! ⭐⭐⭐⭐⭐
Band 6 der FACKENREUTH Krimi-Serie enttäuscht auch diesmal nicht und hält jede Menge Witz, Wahnsinn & Hinterlist bereit! 🔪
Xaver Gottwald tauscht diesmal seine Polizeiuniform gegen Trainingsbekleidung, denn er soll undercover im Fackenreuther Kurhotel in einem rätselhaften Fall ermitteln und das ausgerechnet auf der psychiatrischen Station.
Aus einem Anschlagsverbrechen wird plötzlich Mord und auf diesen folgt ein weiterer.
Ihm begegnen die seltsamsten Menschen und natürlich auch der Mörder. Dieser ist extrem wiff und hat Xaver bald im Visier.
Wie entkommt Xaver den Schlingen des Mörders und den Wirren dieser Kuranstalt?
Noch dazu mit einer geschädigten Leber. "Der Bauch der schwangeren Trainerin ist ungleich dicker als seiner und für sie scheint die Übung kein Problem zu sein. Wahrscheinlich hat sie, im Gegensatz zu Xaver eine gesunde Leber."
"Xaver hat gar nicht gewusst, dass er so ein Frauenversteher ist. Wahrscheinlich eine Nebenwirkung seiner gestressten Leber, denkt er."
Als er dann auf einen Zeitreisenden stößt findet er die - zugegebenermaßen verwirrende - Lösung, um den Fall abzuschließen.
Um mit den Worten der Kurbadleiterin zu enden: "Eine verkehrte Welt ist das alles!"
Absolut phänomenal unterhaltsam, mit der richtigen Portion Spannung & Wortwitz!
Unbedingt lesen!
PS: Xavers Leber wird 18x erwähnt 🤣
Interessant ⭐⭐⭐⭐⭐
Erst spannend dann Lustig, danach ein erstaunliches Ende. Sehr gelungen würde ich sagen. Ich freue mich schon auf das nächste Abenteuer








